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Sonntag, 22. August 2010

Zahnärzte sollten Hypnose mit Lachgas kombinieren

mobiler N2O-Spender
Foto: Wikipedia
Das vor allem in der Zahnmedizin als Beruhigungsmittel eingesetzte Lachgas erhöht die Empfänglichkeit für Suggestionen und kann damit den Einsatz von Hypnose ergänzen. Selbst in relativ geringer Dosis stimuliert das Gas das Vorstellungsvermögen der Patienten um etwa zehn Prozent, wie eine britische Studie zeigt.


Zahnmediziner nutzen Lachgas - chemischer Name: Stickoxydul (N2O) - schon seit Jahrzehnten, damit ihre Patienten sich besser entspannen und Schmerzen weniger stark wahrnehmen. Einem ähnlichen Zweck dient die ebenfalls gerade bei Zahnärzten beliebte Hypnose. Mediziner des Londoner University College prüften nun, ob Lachgas bei Patienten die für die Hypnose so wichtige Fähigkeit fördert, die Vorstellung von außen leiten zu lassen. Dazu verabreichten sie 30 Teilnehmern durch eine Atemmaske entweder Lachgas oder ein Placebo-Präparat und baten sie dann, sich bei geschlossenen Augen bestimmte Gerüche, Geräusche oder Hautempfindungen vorzustellen. Dabei verstärkte Lachgas die Fantasie der Teilnehmer um durchschnittlich zehn Prozent, und zwar unabhängig von ihrer anfänglichen Erwartungshaltung. 

Samstag, 21. August 2010

Per Hypnoseanästhesie: Königin Fabiola an Schilddrüse operiert

Anästhesie per Hypnose: Fabiola
Foto: Wikipedia
Die belgische Königin Fabiola (80) verträgt anscheinend keine Narkosemedikamente. So berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga im Herbst 2009, dass sie sich an einem Lütticher Krankenhaus  erfolgreich einer Schilddrüsenoperation unter Hypnose unterzogen hat. Die Königin mit der markanten Wellenfrisur hatte diese Methode selbst gewählt.
Mehr dazu: » Infoseiten des IHvV » Hypnoseportal » Hypnose-CD's

Donnerstag, 12. August 2010

Hypnose: Revolution beim Zahnarzt? (wittert DIE WELT)

Betäubung per Hypnose:
Die medizinsche Revolution
fand um 1840 in Indien statt
Abb.: Wikipedia
"Revolution im Behandlungszimmer: Mit einer Hypnose vor der Zahnuntersuchung sollen die Patienten ihre Furcht vor Bohrer und Spritzen verlieren." 
So führt DIE WELT einen Artikel über Hypnose beim Zahnarzt ein. Dabei ist Betäubung per Hypnose ein alter Hut. James Esdaile, ein schottischer Arzt im Dienste der Britischen Ostindien-Kompanie, operierte und amputierte zu Beginn des 19. Jahrhunderts in 345 berichteten Fällen mit Hilfe einer durch hypnotische Trance induzierten Schmerzabschaltung. Was er da alles schmerzfrei amputierte, wird vor allem Zeitgenossen männlichen Geschlechts einen Schauer über... was auch immer jagen.


Donnerstag, 4. Oktober 2007

Hypnose hilft bei Angst vor dem Zahnarzt

Wie gehe ich mit meiner Angst vor dem Zahnarzt um?
Dr. Schmiedel: Ich empfehle jedem, über seine Ängste mit dem Zahnarzt oder der Zahnärztin zu sprechen. Manche trauen sich das nicht. Aber wir sind geschult und merken in der Regel sehr schnell, wenn ein Patient ängstlich ist. Für Menschen mit ausgeprägter Angst gibt es speziell ausgebildete Kollegen, die Sie beruhigen können. Dafür gibt es bestimmte Methoden, zum Beispiel die Hypnose. Auch in Berlin gibt es Zahnärzte, die darin ausgebildet sind. Sehr schwer angstgeplagte Menschen sind aber auch von einem geschulten Zahnarzt kaum zu behandeln. Die Berliner Zahnärztekammer hat mit der Psychotherapeutenkammer für diese Patienten die Sprechstunde "Seele und Zähne" eingerichtet, die Sie kostenlos in Anspruch nehmen können. Allerdings muss Ihr Zahnarzt Sie zuweisen.
Quelle: 44. Medizin-Forum der Berliner Morgenpost. Aus der Berliner Morgenpost vom 1. Oktober 2007

Donnerstag, 6. September 2007

Brustkrebs: Präoperative Hypnose spart Anästhetika und Kosten

New York – Eine kurze Hypnose vor der Brustkrebsoperation senkte in einer randomisierten kontrollierten Studie im Journal of the National Cancer Institute (JNCI 2007; 99: 1304-1312) den Bedarf an Anästhetika und verkürzte die Operationsdauer. Postoperativ gaben die Frauen weniger Schmerzen an, und die Klinik sparte Kosten. Kein Humbug, meint ein Kommentator.Im Jahr 1846 berichtete der schottische Chirurg James Esdaile, dass er mithilfe von Hypnose in Indien zu 80 Prozent schmerzfreie Amputationen durchgeführt habe. Niemand glaubte ihm und als im gleichen Jahr in Boston die Äthernarkose erstmals Medizinern öffentlich demonstriert wurde, hob ein Chirurg hervor, dass dies im Gegensatz zum Mesmerismus Esdailles kein Humbug sei. Diese Anekdote beschreibt der Psychiater und Hypnoseexperte David Spiegel von der Stanford Universität im Editorial (JNCI 2007; 99:1280-1281), an der er eine Studie von Guy Montgomery vom Mount Sinai School of Medicine in New York kommentiert. Die Onkologen hatten 200 Brustkrebspatientinnen vor einer Exzisionsbiopsie (72 Prozent der Patientinnen) oder Lumpektomie (28 Prozent der Patientinnen) auf zwei Gruppen randomisiert. Bei einer Hälfte der Frauen (n = 105) wurde eine 15-minütige Hypnose durchgeführt, bei den anderen Frauen (n = 95) unterhielt sich der Hypnotiseur nur mit den Frauen. Die Hypnose begann mit der Aufforderung an die Patientin, sich zu entspannen und sich angenehme Bilder vorzustellen. Dann wurden die Gedanken auf eine Vermeidung von Schmerzen, Übelkeit und Erschöpfung gelenkt. Abschließend gab der Hypnotiseur den Patientinnen noch Tipps, wie sie diese Übungen selbst fortsetzen könnten.Diese ungewöhnliche „Prämedikation“ blieb nicht ohne Wirkung auf die Operation und die postoperative Erholung. Während des Eingriffs sank der Bedarf an Propofol (64,0 vs. 96,6 µg) und Lidocain (24,2 vs. 31,1 ml) gegenüber der Kontrollgruppe. Nach der Operation berichteten die Patientinnen auch über weniger Schmerzen (22,4 vs. 47,8 mm auf einer visuellen Analogskala VAS), weniger Unwohlsein (21,2 vs. 39,1 mm VAS), weniger Übelkeit (6,6 vs. 25,5 mm VAS), weniger Abgeschlagenheit 29,5 vs. 54,2 mm VAS), Unbehagen (23,0 vs. 43,2 mm VAS) oder emotionale Verstimmung (8,7 vs. 33,5 mm VAS). Keine signifikanten Unterschiede gab es hingegen beim Verbrauch von Fentanyl, Midazolam oder den Analgetika im Aufwachraum. Die Dauer der Operation war um 11 Minuten verkürzt.Nach Angaben von Montgomery kostet eine Brustkrebsoperation am Mount Sinai Medical Center im Durchschnitt 8.561 US-Dollar. Die Hypnose senkte die Kosten um 772,71 US-Dollar. Es gebe also auch wirtschaftliche Argumente für die Hypnose, meint der Kommentator Spiegel, der allerdings – wohl zu Recht – mutmaßt, dass sich diese „älteste westliche Form der Psychotherapie“ in der heutigen Chirurgie wohl so schnell nicht durchsetzen werde. Dabei seien gerade Krebspatienten sehr empfänglich für Hypnose. Diese Menschen würden – aus einer berechtigen Sorge heraus – sehr aufmerksam auf Signale ihres Körpers achten und seien deshalb besonders schmerzempfindlich. Hypnose könne hier helfen und die Studie von Montgomery belege zweifelsfrei, dass es sich nicht um Humbug handelt.

Mittwoch, 29. August 2007© rme/aerzteblatt.de